Es geht wieder zurück. Rückblickend betrachtet bin ich mittlerweile beinahe tiefenentspannt in allen Belangen. Technisch gab es bislang mit unserem Nissan Leaf keine Probleme und im Verlauf der Hinreise hat sich zudem ein recht gutes Gefühl für die Routenplanung und Fahrweise entwickelt – ja, am Ende des heutigen Tages würde ich das Fahrerlebnis gar als Fahrspaß (auch auf der Langstrecke) beschreiben… Nachdem wir gestern zu Gunsten des PV-Symposiums im Kloster Banz eine kleine Pause eingelegt haben, machte ich mich heute wieder über 230 km bayrische Landstraße auf den Weg in Richtung Aschaffenburg, um unseren Zeitplan ein wenig zu entlasten, zumal morgen Vormittag bereits ein weiterer Termin bei der Firma ZNShine Solar in Eschborn bei Frankfurt ansteht. Erster Stopp war an einer 22 kW RWE-Landesäule in Bamberg für eine einstündige Zwischenladung, die im Nachhinein nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Zumindest bot sich hier die Zeit, noch einmal ein Auge auf das Ladeverhalten über unseren Typ 2 Adapter zu werfen. Demnach war auch heute bei rund 4 kW pro Stunde Schluss. Außerdem war es mein erklärtes Ziel die „RWE-PowerSMS“ als Zahlungsmethode noch einmal zu testen – leider ohne Erfolg. Ursachenforschung steht an, zumal die SMS-Zahlung laut Mobilfunkanbieter für unsere Verträge freigeschaltet ist, die RWE hier jedoch das Problem sieht. Zum Glück hatten wir parallel noch einen Autostrom-Vertrag als Backup abgeschlossen und konnten auf diese Weise trotzdem laden, um in Richtung Wolkshausen, zu unserem bereits bekannten Schnelllader bei SUNTEC, weiter zu fahren. Von dort aus ging es noch einmal knapp 100 km bis nach Aschaffenburg, dem heutigen Etappenziel. Auf der Hinfahrt haben wir noch gänzlich auf den Einsatz des Bose-Soundsystems des Nissan Leaf Tekna und alle weiteren Features, bei denen wir einen zusätzlichen Energieverbrauch vermuteten, verzichtet. Da ich heute alleine unterwegs war und dringend eine ansatzweise Kompensation für die gemeinsamen Gespräche mit Peter benötigte, habe ich die Musik heute einmal richtig aufgedreht und siehe da, einen Verlust an Reichweite konnte ich definitiv nicht feststellen. Trotz des heutigen Hitzerekords von 20 bzw. 18 Grad am frühen Abend im Rahmen unserer Tour, konnte ich im Vergleich zu Temperaturen um die 10 Grad jedoch auch keinen wesentlichen, positiven Einfluss der Witterungsverhältnisse innerhalb dieses Bereichs auf die Batterietemperatur, Ladefähigkeit und Reichweite feststellen. Vermutlich liegt dieses Phänomen darin begründet, dass es nachts nach wie vor konstant kalt ist und die Batterie in dieser Zeit stark auskühlt. Überraschend zudem: Für die 95 km von Wolkshausen nach Aschaffenburg, auf der manchmal etwas abenteuerlichen, aber effizienten Eco-Route war es möglich bei teils starkem Gefälle und Geschwindigkeiten von 70 – 90 km/h außer Orts nur rund 70 km an Reichweite zu verlieren (Start: 141 km; Ziel: 75 km) – ein neuer Rekuperationsrekord! Die kleinen Wehrmutstropfen des Tages lassen sich in einem leichten Sonnenbrand auf der linken Wange (ein durchaus angemessenes Opfer für diesen wunderbaren Frühlingstag) sowie der Vermutung, geblitzt worden zu sein (wie auch immer das passieren konnte…), zusammenfassen. Da ich in Bremen aber sowieso plane, nach über 2.000 km mit dem Auto innerhalb von 10 Tagen erst einmal wieder auf mein Fahrrad umzusteigen, bewegen sich alle möglichen Konsequenzen im grünen Bereich. Randnotiz: Kilometerstand zum „Feierabend“: 1666 km (ehrlicher Weise abzüglich der 248 km, die bereits vor Fahrtantritt auf unserem Konto waren).