Von Bremen über Münster nach Nordhessen.

Rund 350 km liegen am Ende des ersten Tages unserer #ADLEReTour nach Bad Staffelstein hinter uns. Früh am morgen haben wir das Betriebsgelände von ADLER Solar in Bremen verlassen und uns mit viel Abenteuerlust gen Süden in Richtung Münster auf den Weg gemacht. Wie sich schnell herausstellte dann doch nur mit max. 70-80 km/h. Bei Wildeshausen haben wir den CHAdeMO-Schnelllader, der kostenlos direkt an der A1 zur Verfügung steht, genutzt, um die Fahrt weiter fortsetzen zu können. Damit konnten wir unsere Batteriekapazität binnen einer halben Stunde Ladezeit wieder auf 80%, der bei Temperaturen von -1 Grad am Morgen, stark eingeschränkten Leistung bringen (ca. 90 – 100 km). Genug aber, um den nächsten CHAdeMO-Schnelllader in Tecklenburg ansteuern zu können. Nach einem erneuten Ladestopp erreichten wir dann Westfalen. Interessant an diesen RWE-Kombigeräten war, dass die Schnelladefunktion mit einer Leistung von 50 kW (noch) kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das „normale“ Laden jedoch bereits über einen Autostromvertrag mit der RWE abgerechnet werden muss. Die so genannte, vertragsunabhängige „PowerSMS“ der RWE werden wir in den nächsten Tagen noch testen. Zudem war es interessant festzustellen, dass die Schnelllader bis dato alle über entsprechende ChadeMo Kabel verfügen, was bei den Typ2 Ladern bislang nicht der Fall war (Mennekes Kabel / Adapter immer notwendig). In Münster angekommen wurden wir nach einer beinahe pünktlichen Ankunft von unseren Geschäftspartnern von der LVM Versicherung freundlich empfangen. Dabei konnten wir uns mit dem Leiter des Bereichs Sach-Gewerbe, Ralf-Peter Zander, sowie einigen interessierten Passanten austauschen und ein gemeinsames Foto schießen. Die Suche nach einer Ladestation, um den nächsten Streckenabschnitt nach Paderborn (ECO-Route knapp 90 km) meistern zu können, gestaltete sich im Anschluss etwas schwierig. Der angefahrene Ladepunkt der Stadtwerke Münster befand sich in einem kostenpflichtigen Parkhaus. Zur Freischaltung der Säule sollte eine Support-Hotline angerufen werden, welche uns allerdings nicht weiterhelfen konnte. In der Zwischenzeit hatten wir glücklicherweise die Vertragsdaten der RWE erhalten, so dass wir unverrichteter Dinge zwar das Parkhaus zahlen mussten, jedoch eine alternative Säule anfahren konnten (Ladung 1,5 h mit 22 kW und Mennekes Adapter auf von ca. 80 verbliebenen 120 km Reichweite). Von Westfalen führte unsere Tour uns weiter in Richtung Nordhessen. Bei der ABB Schnellladestation der Stadtwerke Paderborn (e.on laut plugfinder.de etc.) konnten wir mit einer Restkapazität von 20 km innerhalb von 40 Minuten auf 90% der Batteriekapazität aufladen. Bislang der erste intelligente Schnellader, der nach dem Erreichen von 80% etwas langsamer in maximal 2 Stunden auf 100% auflanden kann. Zudem war das Handling extrem komfortabel. Nachdem wir morgens um kurz nach sieben aufgebrochen waren, erreichten wir Kassel schließlich gegen 20:00 Uhr. Diese Strecke war noch einmal eine recht hügelige und in Anbetracht der dahinschmelzenden Reichweite (140 km bei Start) sehr spannende Angelegenheit über ca. 90 km, wobei uns die mittlerweile aufgewärmte Batterie und die Rekuperation der Abfahrten über die Distanz gerettet haben. Wir sind gespannt, wie das in südlicheren Gefilden funktionieren wird. Über Nacht können wir an einer Außensteckdose unseres Hotels Laden (toller Service, jedoch kein Standard). Morgen werden wir dann bei der SMA AG und der Solartechnik Stiens GmbH auf unseren Weg zum PV-Symposium in Bad Staffelstein vorbeischauen. Der erste Tag hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Zum einen hat es riesigen Spaß gemacht bei strahlendem Sonnenschein unterwegs zu sein. Auch technisch lief der Wagen auf seiner ersten längeren fahrt einandfrei. Die Ladesäulen auf der Strecke waren glücklicherweise alle funktionsfähig und alle benutzten Schnelllader auch kostenfrei. Die Stadtwerke Paderborn, wo wir beim Laden den Bereichsleiter Mike Süggeler kennengelernt haben, haben uns mit ihrer angebotenen Technologie absolut positiv überrascht und überzeugt. Aber es gab auch nicht ganz so schöne Eindrücke. Ein norddeutscher Märzmorgen kann auch bei milder Gesamtwetterlage ganz schön kalt sein. Niedrige Temperaturen von unter 5 Grad haben dabei extreme Auswirkungen auf die Batterieleistung. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km/h beträgt die Maximaldistanz dann nur 100 km, die bei bergiger Strecke auch weiter eingeschränkt wird. Um unsere Batterie zu schonen haben wir auf alles nicht Notwendige verzichtet – Radio und Heizung blieben erst mal aus. Unterschiedliche Ladestationen auf der Strecke erfordern eine noch größere logistische Vorbereitung als schon befürchtet. Die Auffindbarkeit der Ladestationen ist auf jeden Fall stark verbesserungswürdig – und auch eine Vereinheitlichung der Bezahlsysteme würde das Leben für Nutzer elektrischer Mobilität einfacher machen! Es ist spät geworden am ersten Tag unserer #ADLEReTour – morgen früh geht es weiter.