Ein kleines Fazit mit dem wir uns an dieser Stelle erst einmal verabschieden möchten (müssen)…

Am 06.03. sind wir, weitestgehend unbedarft, die Herausforderung angetreten über 2.000 Streckenkilometer mit einem Elektroauto zurück zu legen. Seit zwei Tagen sind wir nun wieder in Bremen gelandet und konnten unsere Erfahrungen ein wenig sacken lassen. Insgesamt bleibt die doch sehr positive Erinnerung an einen tollen Trip ohne größere (störende) Zwischenfälle. Nicht nur, dass uns die Frühlingssonne durchweg gen Süden begleitet hat, nein auch die Technik und der Fahrkomfort des Nissan Leaf haben uns in jeder Hinsicht überzeugt. Zugegeben, es ist nicht immer ein Spaß mit maximal 80-90 Km/h durch Deutschland zu surren (hupende LKW-Fahrer), jedoch gewöhnt man sich doch schneller daran als man denkt. Mit steigenden Temperaturen und Erfahrungswerten ging es hin und wieder dann auch ein wenig schneller. Größter Überraschung für mich persönlich war dann doch der Wirkungsgrad des Rekuperationseffektes. Standen uns bergauf beim Anblick der schmelzenden Reichweite beinahe die Schweißperlen auf der Stirn, entspannten sich unsere Gesichtszüge auf jeder Abfahrt. Unterm Strich, haben wir auf diese Weise auch bei der Überwindung von mehreren hundert Höhenmetern kaum an Reichweite verloren. Großes Manko ist und bleiben gerade bei kälteren Temperaturen die stark begrenzte Reichweite sowie die fehlende Verfügbarkeit von CHAdeMO-Schnellladern: CHAdeMO-Map Diese findet man heute deutschlandweit nur vereinzelt bzw. ausschließlich in größeren Ballungszentren vor. Positiv war, dass alle, von uns getesteten Schnelllader, (noch) kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zudem war hier keine Adapterkabel notwendig. Support (Kunden-Hotline) und Wartung, für die Gewährleistung des einwandfreien Betriebs, stellen anscheinend jedoch noch eine größere Herausforderung dar. Dieses Risiko wird für Dienstreisen mit festen Terminen natürlich zum k.o.-Kriterium. Auf der anderen Seite sind Autopannen und Zugverspätungen oder -ausfälle leider auch keine Seltenheit. Selbst wenn der Nissan Leaf auf der Langstrecke noch kein hundertprozentiges Substitut für PKW oder Bahn darstellt, ist es dennoch absolut möglich auch weitere Strecken mit einem vergleichbaren Elektroauto zurück zu legen. Dies bedarf natürlich einer entsprechenden Planung und einer gewissen zeitlichen Flexibilität. Für die „normalen“ 22 oder 11 kW-Ladesäulen (Typ 2) unterschiedlichster Betreiber benötigten wir im Gegensatz zu den CHAdeMO-Schnellladern immer ein entsprechendes Adapterkabel. Die zahlreichen Apps (z. B. plugfinder.de, oder lemnet.org) waren aufgrund der Vielzahl an bestehenden Ladepunkten und wenig optimaler Filter- und Suchfunktionen nicht immer hilfreich auf der Suche nach einer passenden Station, welche auch ohne vorherigen Abschluss eines Vertrages inkl. RFID-Card oder ähnlichem zugänglich gewesen wären. Hier besteht noch Optimierungspotential. Nichts desto trotz, werden wir als Unternehmen diesen Weg weiter gehen, da wir an die Technologie wie auch einen zukünftigen, flächendeckenden Einsatz von Elektrofahrzeugen glauben und unterstützen, um in Zukunft „sauber“ Auto fahren zu können. Dazu gehört natürlich nicht nur die reine Nutzung von Elektrofahrzeugen, sondern auch die Speisung der Ladestationen mit „grünem“ Strom aus erneuerbaren Energien. Zumindest im öffentlichen Bereich sind hier leider noch kaum entsprechende Ansätze erkennbar… Vielen Dank an dieser Stelle für das große Interesse an unserem Blog sowie alle Kunden, Partner und Interessierte entlang der Strecke. Wir hatten eine großartige Zeit und hoffen dadurch auch den daheim gebliebenen einen kleinen Einblick in das Thema gewährt zu haben. Für Fragen und Anregungen stehen wir natürlich jederzeit gerne zur Verfügung. Beste Grüße Klaus-Peter Fuss & Kathrin W.