Die Frage nach dem warum…

Klaus-Peter Fuss und Kathrin Wesselow von ADLER Solar

Ende Dezember 2013 wurde der erste von zunächst fünf Nissan Leafs ausgeliefert. Mittlerweile konnten wir bereits fünf dieser Fahrzeuge in unseren Fuhrpark integrieren und dadurch Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren ersetzen. Vor allem für Kollegen mit täglichen Arbeitswegen von maximal 30 km pro Strecke haben sich diese auch bei winterlichen Temperaturen schnell als komfortable und adäquate Alternativen erwiesen. Vielmehr noch macht der Nissan Leaf auf der Kurzstrecke richtig Spaß! – Und nicht nur aufgrund des Umweltgedankens, der gerade für uns als Solardienstleister natürlich eine entscheidende Rolle spielt… Die einzige Einschränkung stellt bis dato, wie in den vergangenen Monaten bereits öffentlich umfangreich diskutiert, auch bei uns die Verfügbarkeit von Stellplätzen mit der passenden Ladeinfrastruktur dar. Daran arbeiten auch wir derzeit mit Hochdruck, so dass wir für diese Problematik mit acht Stellplätzen angegliedert an einen CHAdeMo-Schnellader (DC 50 kW) und eine zweite Ladesäule (2x Typ2 mit jeweils 22 kW und 2x Schuko mit je 3,7 kW) zeitnah Abhilfe schaffen können. Momentan sind jedoch noch kreative Lösungen gefragt und so laden wir über das bereits vorhandene Adapterkabel an normalen Steckdosen, was für eine Vollladung schon einmal 8-10 Stunden Zeit in Anspruch nehmen kann – ein kleiner Vorgeschmack auf unseren ambitionierten Langstreckenversuch über knapp 2.000 km nach Bad Staffelstein in Bayern zum 29. OTTI PV-Symposium. Wie also herangehen an die Planung einer solchen Reise? Zunächst einmal galt es, die Rahmenbedingungen zu definieren. Wobei die Witterungsbedingungen bei den extrem temperaturabhängigen Lithium-Ionen Akkus (24 kW bei den Leafs) eine kaum berechenbare Komponente darstellen: kalte Temperaturen haben Einbußen bei der Reichweite mit über 50% zur Folge. Bei einem erneuten Wintereinbruch, den wir an dieser Stelle glücklicherweise ausschließen, bei einer maximalen Reichweite von knapp 200 km unter besten Bedingungen (aktuell ca. 100 – 140 km) ist das ein absolutes K.O. Kriterium. In Betrachtung unserer fehlenden Erfahrungen mit der Technologie haben wir von Anfang an um die 4 Tage für die gesamte Strecke eingeplant. Um die Rekuperation optimal ausnutzen zu können und den Energieverbrach möglichst gering zu halten, haben wir uns zudem entschieden den Großteil der Strecken via Landstraße zurück zu legen. Des Weiteren galt es, sich zusätzlich zu den „normalen“ Ladestationen an vorhandenen Schnellladern zu orientieren und Besuche bei Kunden und Partnern entlang der Strecke einzuplanen. Im Bewusstsein, dass wir leider wenig Einfluss auf das Wetter haben wurde die Route weitestgehend von (Schnell-)Lademöglichkeiten in einem maximalen Abstand von 100 km angesetzt, entlang welcher die einzelnen Besuche geplant wurden. Eine echte Herausforderung – wie sich im weiteren Planungsverlauf herausstellte. Inspiziert man die Online-Angebote oder Apps, die Lademöglichkeiten katalogisieren, so scheint es, als wären die Möglichkeiten über weite Strecken bereits unendlich. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail, so dass wir über Tage und Wochen mehrfach umdisponieren mussten. Die größten Herausforderungen stellen dabei die begrenzte Zahl der Schnelllader (innerhalb von 30 Minuten auf 80%), die Kompatibilität der Anschlüsse sowie die Zugänglichkeit der Ladepunkte aufgrund einer Vielzahl unterschiedlicher Abrechnungssysteme dar. Hier haben wir zumindest versucht vorzusorgen und die relevanten Informationen einzuholen, Absprachen mit gewerblichen und privaten Infrastruktur-Betreibern zu treffen und durch ein zusätzliches, aber auch sehr kostspieliges Adapterkabel mit einem Typ 2 (Mennekes) Stecker unsere Flexibilität zu erhöhen. Ob unser Plan aufgeht? Das werden wir wohl erst im Reiseverlauf und idealerweise nach erfolgreichem Abschluss unseres Abenteuers erfahren… Vielen Dank jedoch schon einmal an die vielen hilfreichen Ansprechpartner seitens unserer Kunden und Partner, der Ladestationsbetreiber und nicht zuletzt an den Nissan Händler unseres Vertrauens ( das Autohaus Möhler in Bremen http://www.moehler-gruppe.de) für die positive Resonanz, zuvorkommende und freundliche Unterstützung sowie Flexibilität, welche uns ermutigt haben unser Vorhaben tatsächlich in die Tat umzusetzen. Wir sind gespannt was uns erwartet und werden euch unter #ADLEReTour von unseren Erfahrungen berichten….