Wir möchten unseren Lesern in unserem Newsletter auch Praxistipps zur Verfügung stellen.
Hackmann_IMG_1215 In einer Serie werden wir Ihnen in diesem und den kommenden Newslettern  die rechtlichen Rahmenbedingungen zu Inbetriebnahme- und wiederkehrenden Prüfungen von Photovoltaik-Anlagen gemäß der Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) erläutern.
Unser Autor ist der Leiter der Abteilung Solar Engineering im Hause ADLER Solar, Herr Heinz Hackmann.

Allgemeine Beschreibung

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) dienen der Erzeugung elektrischer Energie aus Sonnenlicht. Sie werden in der Regel netzparallel betrieben, d.h. der erzeugte Strom wird teilweise oder komplett in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nach gesetzlich fixierten Tarifen vergütet. Aktuell sind über 98 Prozent aller in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen an das dezentrale Niederspannungsnetz angeschlossen. Wie andere elektrische Anlagen unterliegen insbesondere PV-Anlagen und deren zugehörige Betriebsmittel einer Alterung und Abnutzung durch Umwelteinflüsse und besondere Betriebsbedingungen. Um Fehler und Störeinflüsse zu vermeiden bzw. zu beseitigen und somit die Wirtschaftlichkeit (Ertragssicherung) und Anlagensicherheit (Schutz von Personen und Sachsubstanz) über die gesamte Lebensdauer zu gewährleisten, sind PV-Anlagen generell nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu installieren und zu prüfen. Als anerkannte Regeln der Technik wird u.a. das Normenwerk des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. (VDE) angesehen. Da die Installation von PV-Anlagen jedoch fachübergreifend geschieht, sind außerdem weitere Regularien und Herstellerangaben zu berücksichtigen, auf welche in den VDE-Normen Bezug genommen wird (z.B. Dachdecker-Regelwerk; Landesbauordnungen; Leitungsanlagenrichtlinie der Länder (LAR)). Betreiber kleiner PV-Anlagen auf privaten Hausdächern sind nicht verpflichtet, ein Gewerbe für den Anlagenbetrieb anzumelden, da angenommen wird, dass die Gewinnerzielungsabsicht nicht im Vordergrund steht bzw. die erzielten Überschüsse selbstkostendeckend sind oder lediglich unterhalb einer Bagatellgrenze liegen. Die Betreiber aller PV-Anlagen, bei denen eine fehlende Gewinnerzielungsabsicht nicht begründet werden kann, sind jedoch gefordert ein Gewerbe anzumelden. Gleichzeitig ergibt sich dadurch die Verpflichtung, das Unternehmen bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Dadurch erlangt das Vorschriftenwerk der Berufsgenossenschaft für alle Mitgliedsunternehmen und deren Arbeitnehmer volle Gültigkeit. Insbesondere gilt dies für die Unfallverhütungsvorschriften, die als autonomes Satzungsrecht der Unfallversicherungsträger im Sinne des Siebten Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB VII § 15) betrachten werden. Neben den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen sind daher auch diese Vorschriften bindend. Im Folgenden werden die Grundlagen erläutert, die bei der Prüfung von PV-Anlagen zu berücksichtigen sind.

Grundlagen einer Prüfung

Das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung, kurz Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), in der letzten Neufassung vom 07.07.2005 beschreibt unter Teil 6 „Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energieversorgung“ §49 „Anforderungen an Energieanlagen“:
(1) Energieanlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass die technische Sicherheit gewährleistet ist. Dabei sind vorbehaltlich sonstiger Rechtsvorschriften die allgemeinen anerkannten Regeln der Technik zu beachten. (2) Die Einhaltung der allgemeinen anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn bei Anlagen zur Erzeugung, Fortleitung und Abgabe von

  1. Elektrizität, die technischen Regeln des Verbandes der Elektrotechnik Elektrotechnik Informationstechnik e.V (VDE) eingehalten worden sind.

Daraus kann abgeleitet werden, dass bei der Inbetriebnahme einer elektrischen Anlage und somit einer PV-Anlage u.a. DIN VDE 0100-600 volle Gültigkeit erlangt. Hierin werden die Anforderungen an Erstprüfungen von Niederspannungsanlagen vorgegeben. Als Prüfung werden in 6.3.1 zunächst alle Maßnahmen definiert, mit denen die Übereinstimmung der elektrischen Anlage mit den Anforderungen der Normenreihe DIN VDE 0100 überprüft wird. Eine Erstprüfung ist nach Errichtung einer neuen Anlage oder nach Änderung oder Erweiterung einer bestehenden Anlage durchzuführen und beinhaltet die Hauptschritte Besichtigen, Erproben und Messen sowie das Erstellen eines Prüfberichtes. Der Umfang von wiederkehrenden Prüfungen von elektrischen Anlagen wird in DIN VDE 0105-100 Abschnitt 5.3.101 weiter spezifiziert. Auch hier besteht die Prüfung aus den drei vorgenannten Prüfschritten. Konkrete Angaben über sinnvolle Zeitabstände sind zunächst nicht enthalten. Die Anforderungen an Erstprüfungen und wiederkehrende Prüfungen von PV-Anlagen werden in VDE 0126-23 Abschnitt 5 konkretisiert. Die grundlegenden Prüfschritte nach DIN VDE 0100-600 werden hier um konkrete Anforderungen an die Prüfung der Komponenten der PV-Anlage (insbesondere des Gleichstromsystems) erweitert. Da der Betreiber einer PV-Anlage wie erwähnt in der Regel Mitglied der Berufsgenossenschaft wird, in diesem Fall der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM), die den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie aus erneuerbaren Energieträgern abdeckt, erlangen die Unfallverhütungsvorschriften der BG volle Gültigkeit.
Für elektrische Anlagen gilt die DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (früher BGV A3). Danach hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass elektrischen Anlagen und Betriebsmittel entsprechend der elektrotechnischen Regeln errichtet, geändert und instandgehalten werden (§ 3) und weiterhin auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden (§ 5). Als elektrotechnische Regeln werden „die allgemein anerkannten Regeln der Elektrotechnik, die in den VDE-Bestimmungen enthalten sind, definiert (§ 2 Absatz 2). Kontrollablesung des Wechselrichterdisplays innerhalb einer Wechselrichterstation_P1010792Somit ist der Unternehmer dafür verantwortlich, dass die neue elektrische Anlage und deren Betriebsmittel sicher betrieben und benutzt werden können.Der Unternehmer wird aus diesem Grunde dazu angehalten, sich vom Errichter bzw. Hersteller der Anlage ausdrücklich bestätigen zu lassen, dass die von ihm errichtete Anlage und hergestellten Betriebsmittel den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschriften entsprechen. Um diese Bestätigung abgeben zu können, werden elektrische Niederspannungsanlagen deshalb vor der Inbetriebnahme entsprechend der DIN VDE 0100-600 geprüft. Für PV-Anlagen gelten wie erwähnt außerdem die Anforderungen der VDE 0126-23. Unter Einbezug des § 49 EnWG ist das Fehlen einer ausreichenden Dokumentation und der Erstinbetriebnahme-Protokolle nach DIN VDE 0100-600 und VDE 0126-23 grundsätzlich als Mangel bzw. unfertiges Werk anzusehen.
Im kommenden Newsletter erfahren Sie dann mehr zur Thematik der wiederkehrenden Prüfung und Erstinbetriebnahme nach VDE 0126-23.

ADLER Solar mit japanischem Partner auf der PV Expo in Tokyo

Vom 25.-27. Februar ist ADLER Solar auf Japans größter internationaler B2B-Messe für die PV-Branche vertreten. Gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Solar Works, mit dem ADLER Solar in Kürze ein Joint Venture gründen wird, informieren die beiden Partner auf der PV Expo über ihr künftiges Dienstleistungsangebot, das in großen Teilen dem umfassenden Service-Portfolio von ADLER Solar in Deutschland und Europa entsprechen wird. Interessierte Besucher finden uns am Stand E 24-50.

Besuchen Sie uns! 30. OTTI PV-Symposium in Bad Staffelstein

Foto Stand Bad Staffelstein_Newsletter Vom 4.-6. März 2015 findet im fränkischen Bad Staffelstein wieder das OTTI PV-Symposium statt. ADLER Solar und BEC Solar werden auch bei der 30. Ausgabe des Frühjahrestreffens der Solarbranche im Kloster Banz mit Informationsständen vertreten sein und unsere Mitarbeiter freuen sich auf ein persönliches Treffen mit Ihnen.
Vereinbaren Sie gerne schon jetzt ein persönliches Gespräch mit dem Leiter unseres Vertriebes: Claas Oltmann oltmann@adlersolar.de Tel. 0421 83 57 01 00